Veranstaltungskalender

Im Spitzbubenland - Räuber um 1800 in Schwaben

 

Beginn:

18.12.2016

 

Ende:

02.04.2017

 

Veranstaltungsort:

3. Obergeschoss, Fürstensaal und Ostflügel

Bereich:

KMZ Schloss Glatt

 

Veranstaltungsart:

Ausstellung

 

Süddeutschland war um 1800 ein „Eldorado“ für Räuberbanden: Es gab Wälder, wilde Landschaften und zahlreiche kleinere und größere Hoheitsgebiete. Das Wechseln der Grenzen erlaubte eine rasche Flucht. Deshalb erhielt das süddeutsche Gebiet im Laufe der Zeit in der Gaunersprache den Namen „Spitzbubenland“.

Nicht nur die berühmt-berüchtigten Räuberbanden wie die des „Hannikel“ oder des „Schwarzen Veri“ versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken, auch viele Diebinnen und Sacklangerinnen, wie etwa die „Schwarze Lies“, verstanden sich auf ihre Kunst. Wegen ihrer scheinbar unabhängigen Lebensweise riefen diese Banden auch Bewunderung hervor.

Die Obrigkeit dagegen konnte darin nichts „heroisches“ sehen: Die Räuber wurden mit äußerster Unbarmherzigkeit verfolgt, es gab regelrechte „Räuberfänger“, wie zum Beispiel den Oberamtmann Schäffer in Sulz a. N. oder Franz Ludwig von Castell den „Malefizschenk“ in Oberdischingen.

Wurde ein Verbrecher gefangen, zögerte man nicht, Geständnisse durch Folter zu erzwingen und drastische Strafen zu verhängen. Je nach Schwere und Art des Vergehens wurde mit dem Schwert oder dem Strang gerichtet. Auch das Rädern und Verbrennen werden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts noch angewendet. Der abschreckende Strafvollzug und die politischen Umwälzungen Anfang des 19. Jahrhunderts und ein verbessertes Polizeiwesen, führten dazu, dass organisierte Räuberbanden allmählich verschwanden. 1811 werden in Württemberg die weithin sichtbaren Hochgerichtsstätten landesweit abgebaut.

In der von dem Gestaltungsbüro mück & beitler konzipierten Wanderausstellung werden Einblicke in die „Hoch-Zeit“ der Räuberbanden vom 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gegeben. Beschrieben werden die sozialen und territorialen Voraussetzungen für das Entstehen dieser Banden, die Gaunersprache und Kleidung der Räuber sowie die Rolle der Frauen in den Banden. Ebenso werden der Strafvollzug, Strafanstalten und die Rechtsprechung thematisiert und der Beruf des Scharfrichters vorgestellt. Die bereits 2010 gezeigte Ausstellung wurde um die Thematik „Strafvollzug“ unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Württemberg und der Oberamtsstadt Sulz a. N. ergänzt.

 

 

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